Aufgrund ihres starken Jugendwachstums sind Pappeln und Weiden besonders interessant für die Produktion von Energiehackschnitzeln in kurzen Umtriebszeiten. Dabei werden bestimmte Arten und Hybridformen über Steckhölzer vermehrt und auf landwirtschaftlichen Standorten in drei- bis vierjährigen Ernteintervallen bewirtschaftet. Bei sachgerechter Bewirtschaftung garantieren vitale Stockausschläge eine Bewirtschaftungsdauer von zwanzig bis dreißig Jahren. Erste Untersuchungen zum Energieholzanbau nach skandinavischem und kanadischem Vorbild wurden seit Mitte der 1970er Jahre in der Bundesrepublik durchgeführt. Fragestellungen bildeten die Entwicklung neuer Sorten sowie die allgemeine Eignung der einzelnen Klone für den deutschen Raum. Diese Versuche blieben jedoch auf den lokalen Bereich begrenzt. Momentan kann das standortbezogene Ertragspotenzial von Pappeln und Weiden und folglich eine abgesicherte standortabhängige Beurteilung der Wirtschaftlichkeit noch nicht mit hinreichender Genauigkeit abgeschätzt werden. Sowohl in der Frage nach einer standortsabgestuften Leistungseinschätzung des Konzeptes Kurzumtrieb mit schnellwachsenden Baumarten als auch bei der Absicherung von Ertragsprognosen für den Einzellandwirt bestehen noch erhebliche Wissenslücken. Diese Lücken sollen mit dem Verbundvorhaben ProLoc geschlossen werden.