Die Wahl des geeigneten Vermehrungsgutes entscheidet in hohem Maße über Erträge und Betriebssicherheit eines Energieholzfeldes. An das Ausgangsmaterial werden besondere Anforderungen gestellt:
-leichte und kostengünstige Vermehrbarkeit
-sicheres Anwuchsverhalten und Raschwüchsigkeit in der Jugendphase
-vollständiges Ausnutzen der Vegetationszeit bei gleichzeitiger Früh- und Spätfrostresistenz
-Konkurrenzverträglichkeit im Dichtstand und geringe phototropische Empfindlichkeit
-gutes Regenerationsvermögen auch nach mehreren Ernten
-Resistenz gegenüber biotischen und abiotischen Schäden
Schwarzpappeln (P. nigra; P. deltoides) stellen sehr hohe Anforderungen an Licht, Wärme und Wasser- und Nährstoffhaushalt. Für die Bewirtschaftung in kurzen Umtriebszeiten kommen sie in aller Regel nicht in Betracht. Diese beiden Arten sind aber von großer Bedeutung bei der Erzeugung von Hybridformen als Kreuzungseltern.
Die Balsampappelarten (bes. P. trichocarpa und P. maximowiczii) sind diesbezüglich sehr viel anspruchsloser. Gute Zuwachsleistungen werden auch in höheren Lagen bei nur mittlerer Nährstoffversorgung und auch noch auf wechselfeuchten Böden erbracht. Für den Kurzumtrieb haben sich Balsampappeln und ihre Hybriden als besonders geeignet erwiesen.
Die Vorzüge der Weide (Salix spec.) liegen im nahezu 100%igen Anwuchs- und Regenerationserfolg sowie in ihrer Frosthärte. Die Ertragsleistung lag in Anbauversuchen jedoch niedriger als diejenige der Balsampappeln. Weiterhin sind sie einem hohen Verbissdruck durch Rehwild ausgesetzt. Bei großflächigem Anbau könnte dieses Problem möglicherweise entschärft werden. Inzwischen sind auch einige viel versprechende Sorten schwedischer Herkunft erhältlich.
Setzstangen