Die Erzeugung von Energiehackschnitzeln in zwei- bis vierjährigen Zyklen setzt eine feldmäßige Behandlung mit mähender Erntetechnik und entsprechend hohen Stockzahlen voraus. Bei Nutzung der maximal möglichen Produktionszeit von 20 Jahren erfolgt eine Verlagerung des Zuwachses auf wenige, stärker dimensionierte Stämme. In solchen Beständen kommt forstliche Erntetechnik zum Einsatz.
Holzfelder werden im Winterhalbjahr voll mechanisiert beerntet. Integrierte Ernteverfahren kombinieren alle auszuführenden Arbeitsschritte auf einem Trägerfahrzeug. Bei den gelösten Verfahren verteilen sich die Schritte Fällen, Vorkonzentrieren, Rücken sowie Hacken auf verschiedene Trägerfahrzeuge. Neben einer Vielzahl an Prototypen, die entweder als Fäller/Bündler oder als Häcksler konzipiert sind, stehen inzwischen zwei integrierte Erntesysteme zur Verfügung.
Der Landmaschinenhersteller Claas hat einen speziellen Erntevorsatz („Salix Gebiß“) zum Anbau an den Feldhäcksler Jaguar entwickelt, mit dem bis zu 4jährige Pappel- und Weidenbestände beerntet werden können. Das Gerät befindet sich seit 1993/94 im praktischen Einsatz und wurde seitdem technisch verbessert. Die Maschine erntet mit Fahrgeschwindigkeiten bis 6 km/h in 3jährigen Weidenbeständen. Hohe Flächenleistung setzt einen auf die Arbeitsbreite des Feldhäckslers abgestimmten Doppelreihenverband voraus. In Schweden beerntet ein Aggregat ca. 400 ha Weide pro Saison.
Mähhacker wurden bislang nur versuchsweise in verschiedenen Modifikationen eingesetzt. Sie sind als Anbaugerät an konventionelle landwirtschaftliche Schlepper konzipiert. Die Maschinen arbeiten meist einreihig indem die Aufwüchse von einem starken Kreissägeblatt abgeschnitten und anschließend in einen senkrecht arbeitenden Schneckenhacker eingezogen und dort zerkleinert werden. Die Eigenrotation des Hackers befördert das Hackgut durch ein Auswurfrohr in einen parallel gezogenen Anhänger. Die Ernteleistung reicht bis zu 15 t feldfrischer Biomasse pro Maschinenarbeitsstunde. Die Maschinen sind bislang ausgelegt auf Stärken bis zu 8cm Durchmesser an der Stammbasis. Durch den Abstand der Schneckenspiralen ergibt sich die theoretische Hackschnitzellänge, sie ist nicht veränderbar. Bei ungünstigem Einzugswinkel kommt es zu Überlängen im Hackgut.
Beiden Verfahren gemeinsam ist die Erzeugung eines feldfrischen Hackschnitzels mit Wassergehalten um 55 % mit entsprechendem Trocknungs- bzw. Lagerbedarf zur Reduzierung des Wassergehaltes. Ab einem Wassergehalt von 30 % - 35 % gelten Holzhackschnitzel als lagerstabil. Höhere Wassergehalte setzen den Heizwert herab und begünstigen mikrobiellen Substanzabbau.
Neben den Verfahren des Direktschnitzelns wird deshalb weiterhin auch an sog. Fäller/Bündler Systemen gearbeitet. Den Nachteilen des gelösten Verfahrens mit mehrmaliger Materialaufnahme steht der Vorteil gegenüber, das Hacken zu einem späteren Zeitpunkt bei reduzierter Holzfeuchte vorzunehmen. Verschiedene Versuchsergebnisse legen den Schluss nahe, dass alleine mit einer Lagerung des Erntegutes über das Sommerhalbjahr hinweg am Feldrand Wassergehalte von ca. 30 % erreichbar sind. Damit ist die direkte Beschickung der Heizwerke möglich.